Model im Studio

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Samstag, 5. Mai 2012

Hovawart-Rallye in Haltern - wow!

Ein bisschen skeptisch hatte ich mich für die Rallye angemeldet - schließlich weiß ich, dass Diva in einer Gruppe mit Hunden immer schlimm an der Leine zieht, ob ich mir das für ein paar Stunden antun muss? Die Fotos von der vergangenen Rallye im letzten Jahr hatte ich angesehen und gedacht, dass Diva die Aufgaben an den einzelnen Stationen noch gar nicht bewältigen kann.

Gruppe 2 - ein tolles Team!
So fahren wir dann am Samstag morgen bei strömenden Regen mit zugegeben nicht ganz so riesiger Lust nach Haltern. 10:15 h ist die Startzeit unserer Gruppe, bestehend aus zwei ganz jungen Hovis (5 und 6 Monate alt), Diva mit ihrem knapp einen Jahr, zwei erfahrenen großen Hovis (6 und 9 Jahre) und einem Dackel. Zum Glück lässt der Regen zwischendurch auch einmal nach, so dass wir größere Teile im Trockenen bewältigen könnten. 10 Stationen stehen an, jeweils mit einer oder mehr theoretischen Fragen für den Hundehalter und einer praktischen Übung für das Mensch-Hund-Team sowie einer vorherigen Selbsteinschätzung, ob wir das schaffen.

Was gibt es da zu tun? An Station 1 heißt es "Brücke bauen" - der Hund muss ein Stück Wegstrecke bewältigen, indem er auf einem Stück PVC sitzt und das zweite dann davorgelegt wird. Wenn er darauf sitzt, kann das hintere wieder nach vorn geholt werden usw. Klar schaffen wir das alle in der Gruppe! An Station 2 wird es sportlich: Ich kniee mich im Vierfüßlerstand auf den Boden und locke Diva unter mir hindurch, danach Hinlegen und Diva springt über mich drüber, drei mal abwechselnd das ganze, und auch diese Station ist geschafft.

Station 3 fordert die Gruppe als Gesamtteam: wir müssen als Staffel Wasser in kleinen Becherchen über eine Slalomstrecke tragen, Hundi neben uns im Fuß - gemein, dass statt Slalomstangen dort kleine Behälter mit Leckerchen stehen, die der Hund nicht fressen darf (eins mopst die Diva doch, ein kleiner Punkt Abzug...). Insgesamt schaffen wir 1,8 Liter Wasser in 5 Minuten!




Danke, Barabara!
Station 4 wird vorher als die gemeinste beschrieben: Diva muss sich vor einer Plane ins Platz legen, wird dann mit der Plane zugedeckt und von mir abgerufen. Da sie die Plane vorher beschnüffeln darf und dort - oh Wunder - ein Leckerchen findet, stellt dies gar kein Problem dar. Wir Hundehalter stärken uns auch ein bisschen ...

Station 5 kommt lustig daher: in verschiedenen Kisten finden wir Gegenstände, die wir uns merken müssen (werden zum Abschluss der Station abgefragt), ein Kleidungsstück, das wir anziehen müssen (Diva hat mich noch nie mit Sonnenbrille und Hut gesehen und ist ganz erstaunt), ein Leckerchen, das nicht gefressen werden darf (schade!) und eine Anweisung, wie wir zur nächsten Kiste kommen. Pirouetten drehen geht ja noch, aber beim Entengang ächzen meine Knie! Hier verliere ich bei der Theorie Punkte, weil ich beim Erkennen der Gebissschemata Vorbiss und Rückbiss verwechsle, schön blöd!

Station 6 heißt "Mut und Gehorsam". Zunächst müssen wir unseren Hund auf einem Stück Teppich ablegen und ihn dann darauf 5 Meter weit ziehen, ohne dass er aufsteht. Hier schätze ich ein, dass wir das schaffen und liege zum ersten Mal daneben: obwohl ich dachte, dass Diva liegen blebt, steht sie doch zwei Mal auf. Im Verlaufe der gesamten Strecke sind das aber die einzigen Punkte, die Diva verliert. Danach muss sie in der Ablage bleiben, ich mich von ihr entfernen, auf halbem Weg eine Schüssel Leckerlis abstellen und sie dann zu mir rufen. Hier ist an Motivation alles erlaubt, da kann ich am Ende kräftig die Beisswurst schwenken, und klar, Diva kommt angefegt und interessiert sich gar nicht für die Leckerli unterwegs.

Station 7 setzt auf Motorik von meiner Seite, klar schätze ich ein, dass wir das nicht schaffen: 5 Tennisbälle innerhalb von 3 Minuten in einen 3 Meter entfernt stehenden Eimer werfen. Daneben geworfene Bälle darf der Hund dann holen und zurückbringen. Hier lohnt es sich, dass wir doch recht häufig Bälle werfen: ich ziele zwar grauslich auf den Eimer, aber Diva holt die Bälle so schnell und bringt sie so toll zurück, dass ich innerhalb der 3 Minuten fast unendlich viele Versuche habe und schließlich doch 4 Bälle im Eimer versenke - macht 4 Punkte plus den einen für die richtige Einschätzung, also volle Punktzahl. In der Theoriefrage kenne ich dann auch das korrekte Verhältnis von Höhe zu Länge beim Hovawart und schaffe sogar den Dreisatz im Kopf, wie lang denn dann 63 cm großer Hovawart sein darf (mindestens und maximal). Yeah!

Diva hat keine Lust mehr
Ja, inzwischen regnet es wieder kräftig, müde sind wir auch (vor allem die beiden Jüngsten in der Gruppe), also sind wir froh, dass jetzt so langsam die letzten Stationen kommen. An Station 8 warten noch einmal Leckerlis auf beiden Seiten der Wegstrecke plus eine Beisswurst (Divas absolutes Lieblingsspielzeug), die beim Heranrufen ignoriert werden sollen. Da Diva sieht, wie der vor uns startende Hund genüsslich die Leckerchen aus der Schüssel frisst statt zu Frauchen zu laufen, bin ich doch etwas skeptisch, ob ich es schaffe, sie ohne Ablenkung abzurufen, zumal ich mich am Ende der Wegstrecke mit dem Rücken zu ihr stellen muss. Na, ich traue mich doch vorherzusagen, dass wir das schaffen und so ist es auch. Inzwischen habe ich keinerlei Hemmungen mehr, Diva mit vollem Stimmeinsatz jodelnd und trällernd zu rufen, und so kommt sie auch hier freudig wie ein Blitz angeschossen. Volle Punktzahl! Diese Schnelligkeit kommt uns auch an Station 9 zugute: hier muss sie innerhalb von 7 Sekunden nach dem Ruf bei mir sein, um mich herumkommen und in Grundstellung sitzen, was soll ich sagen: 5,5 Sekunden und Diva sitzt neben mir!

Auch das Erkennen klappt gut: wir Hundehalter sitzen in einer Reihe auf Stühlen, unter Betttüchern versteckt und die Hunde müssen uns finden. Wahrscheinlich sind wir inzwischen trotz Durchgefroren-Seins so schweißgebadet, dass das einfach für die Hunde ist. Hier bin ich es wieder, die bei der Theoriefrage Punkte verschenkt - ich hatte wirklich keine Ahnung, wie viele Wirbel insgesamt und wie viele von welcher Sorte ein Hovawart hat! Jaja, da gibt Diva sich Mühe und Frauchen hält nicht mit...

Wir sind ganz schön nass!
Endlich kommen wir wieder auf dem Platz an, dort wartet Station 10 mit einem Parcours auf uns. Kennen wir alles aus dem Sonntagstraining, aber dieses Mal gibt es die kleine Schikane, dass ich dabei einen Becher Wasser auf einem Tischtennisschläger balancieren und kein Wasser verschütten soll. Hier geht mir richtig das Herz auf: Diva läuft den ganzen Parcours ohne Leine bei Fuß mit mir, durch die Slalomstangen, über die Hürden, durch die Kästen, unter dem Tisch, über die Treppe - und ich verschütte kein Wasser! Auf einer Decke muss sie abliegen, ich zum Tunnel hüpfen und sie dann vom Ende durch den Tunnel abrufe - Divas leichteste Übung. Dann noch ein Platz in der Muschel und einmal zudecken lassen, eine Theoriefrage für mich - dann ist die Rallye geschafft und wir können uns ausruhen. Ich bin so riesig stolz auf unsere Kleine, wie toll sie alles mitgemacht hat und ihren Spaß dabei hatte!!!

Bei der Siegerehrung gibt es noch eine schöne Überraschung: wir sind insgesamt auf dem 4. Platz von 49 Hunden und Diva ist Siegerin unter den Junghunden! Belohnt wird sie mit einer Urkunde und einem großen Leckerchenglas. Die darf sie jetzt fressen ...


Ein großes Dankeschön an Alexandra Rickens und Andrea Dornbach, die diesen tollen Tag organisiert haben und an alle Helfer und Streckenposten! Das war Spitze!

Die Fotos in diesem Post sind von diversen Teilnehmern der Rallye, besonders aus meiner tollen Gruppe 2! Danke an alle, die mir die Fotos zugeschickt haben oder ins Hovawart-Portal hochgeladen haben!

Kommentare:

  1. Super gemacht. Glückwunsch. Ich glaube Devil hätte es nicht so gut gemacht. Er lässt sich einfach zu schnell ablenken. Und viel zu viel Power. Aber Übung macht den Meister. Bestimmt machen wir auf unserm Hundeplatz auch mal wieder so etwas in dieser Art.

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  2. Danke, Elke! Hier habe ich ja wirklich in diesem ellenlangen Post gestrunzt - aber ich war wirklich so überrascht, froh und stolz, dass Diva das so prima gemacht hat! Ich sollte der kleinen Maus viel mehr zutrauen (und mir auch)...

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